In vielen Kindergärten und Grundschulen hat die Waldpädagogik Einzug gehalten: Waldtage, Erlebnispädagogik, ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen und bewegte Schule. Was bei der Gründung des Waldkindergartens Pfullingen vielleicht noch exotisch anmutete, hat sich durchgesetzt. Vieles wird in dem Orientierungsplan zur Bildung und Erziehung im Kindergarten des Landes Baden-Württemberg gefordert.
Natürlich ist Waldpädagogik zunächst vor allem Bewegung. Draußen klettern und matschen macht Spaß und ist gesund.
Doch Waldpädagogik ist mehr.
Die Kinder lernen die Jahreszeiten sowie die Tier- und Pflanzenwelt spielerisch kennen.

Dadurch verstehen sie auch komplexe ökologische Zusammenhänge.
Warum sprengt das Wasser die Glasflasche, die man im Winter über Nacht draußen liegen gelassen hat? Durch Beobachtung und Experimente werden die Neugier und der Forscherdrang der Kinder geweckt, was später den Zugang zu den Naturwissenschaften erleichtert.
Naturmaterialien wiegen und messen oder Kinder zählen legt die Grundlagen für Mathematik. Ebenso Dreiecke und Quadrate in den Schnee stampfen.
Bei Projekten und Ausflügen reisen die Kinder durch verschiedene
Zeitalter, Kulturen, Klimazonen
und fremde Länder.
Dabei werden
sie zu Archäo-logen, Biologen, Geografen, Geologen und vielem mehr.
Das Fehlen von vorgefertigten Spielsachen regt die Fantasie an und fördert die Kommunikation mit anderen Kindern. Die Erzieher/innen unterstützen Sprachförderung und Konzentration mit Reimen, Liedern oder Fingerspielen.
Regelmäßiges Vorlesen und anschließendes Umsetzen der Geschichten, beispielsweise durch Mal- oder Bastelaktivitäten, schulen das Textverständnis.
Singen, Klatschen, Trommeln, Instrumente basteln – Musik ist immer dabei.
Hier führen die Kinder das Musical „Vogelhochzeit“ für ihre Eltern auf.
(Fein-)Motorik kann man im Wald beim „Blätterschneiden“, Bäume oder Schnee bemalen üben.
Neben körperlicher und geistiger Entwicklung sind aber auch die seelische und emotionale Bildung ein Anliegen der Waldpädagogik.
Die Kinder sollen zu selbstbewussten, selbständigen, glücklichen Persönlichkeiten erzogen werden. Sie sollen lernen, auf andere Rücksicht zu nehmen.
Aufgrund kleiner Gruppen und eines hohen Betreuungs-schlüssels können die Erzieher/ innen ganz gezielt auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder eingehen: Geborgenheit für die Zweijährigen, spezielle Förderung für integrative Kinder, Herausforderung und Abenteuer für die Großen sowie für die Vorschüler Vorbereitung auf die
Manchmal ist es Zeit in der Hängematte auszuruhen oder die Landschaft zu genießen.
Gefeiert werden Ge-burtstage, Ostern, St. Martin, Nikolaus und Weihnachten und Vereinsfeste (z.B. Frühlingsfest)
Die freie Trägerschaft des Kindergartens ermöglicht viel Mitspracherecht der Erzieher/innen und der Eltern. Für die Organisation des Wald-kindergartenbetriebes ist die ehrenamtliche Mitarbeit aller Eltern erforderlich. Auch der Vorstand besteht aus Eltern. So ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern, Vorstand und Erziehern/Erzieherinnen automatisch gegeben. Regelmäßige Elternabende, Elterngespräche und andere Aktivitäten vertiefen diese zu einer echten Erziehungspartnerschaft